Mein Natur Tagebuch #2 – Essbare Wildpflanze & Pilze sammeln, Selbstversorgung / Gemüseanbau

2. Eintrag vom 04.03.2020

Mein Gemüse Kleingarten

Der meteorologische Frühlingsanfang liegt hinter uns und immer wieder gibt es schon wirklich warme Tage.
Ich konnte bereits ein zwei Tagen Barfuß gehen!
Gestern und heute war es allerdings wieder kälter (nachts gab es auch Minusgrade), sodass sich gerade noch kein wirkliches Frühlingsgefühl einstellt.
Freue mich sehr darauf.

Trotz des Wetters war ich gestern dennoch wieder in meinem Kleingarten, da mir jemand half, mir eine ordentliche Menge einer Mischung aus Humus, Sand und Erde mit einem Pickup zum Garten zu transportieren.

Ich kaufte mir dieses Substrat für einen vergleichsweise günstigen Preis bei einem Kompostwerk.
Solltet ihr auch so etwas benötigen, kann ich nur empfehlen, sich mal zu informieren, ob es auch in eurer Stadt ein Kompostwerk gibt.

Die Erde verwendeten wir dann, um neu gegrabene Beete damit aufzubessern, da deren Boden recht verdichtet und lehmig war.
Außerdem grub ich zwei der neuen Beete gut um und entfernte große Wurzeln.
Zuvor war da nur Rasen, welchen ich schon vor wenigen Wochen abgetragen und kompostiert habe.
Jetzt erkennt man schon, dass es sich dabei um gute Beete handelt!

Die Hecke wurde geschnitten, um den Sonneneinfall etwas geringer abzublocken.
Ein Steinweg im Garten wurde erweitert und ein schon bestehendes Beet am Wegrand etwas umgegraben und alte Stauden runter geschnitten.

Dieses mal fiel mir auch besonders auf, dass auch in meinem Garten einige essbare Wildpflanzen zu finden sind. Taubnessel, Giersch, Vogelmiere und Brennnessel vor allem.

Fichtenzapfen Rübling

Fichtenzapfenrübling

In einem Beet fand ich sogar einen Frühlingspilz, auf einem Fichtenzapfen wachsend!
Auf den ersten Blick dachte ich, ich hätte es mit einem essbaren Fichtenzapfenrübling zu tun, dann war jedoch klar, dass es ein Fichtenzapfenhelmling ist.

Wenn ihr diesen Monat Fichtenzapfenrüblinge sammeln wollt, solltet ihr den Fichtenzapfenhelmling kennen.
Dieser ist nämlich giftig.

Beim Zimmergewächshaus, das ich in das große Gewächshaus im Garten stellte, sind schon die ersten Samen gekeimt! Hätte ich nicht gedacht, da die letzten Tage ziemlich niedrige Temperaturen herrschten.
Ein Asia Salat Mix war allerdings robust genug und zeigt schon erste Wurzelchen.

Meine Regenwassertonnen sind schon fast voll gefüllt, nachdem sie nach der Gartenübernahme immer ziemlich leer waren.
Ich hatte die Regenrinnen etwas anders ausgerichtet und schon funktioniert das super.
Ist sehr schön zu sehen, dass ich wahrscheinlich auf Leitungswasser verzichten können werde!

Außerdem habe ich die erste Gemüsesorte direkt draußen ausgesät, nämlich den Strand-Dreizack.
Hierbei handelt es sich um eine Grasart, deren Wurzel und Blätter man essen kann.
Man kocht sie meist ähnlich wie Grünkohl. Besonders interessant daran ist, dass sie einen recht hohen Salzgehalt hat und daher die Zugabe von Salz überflüssig macht.
Ich konnte die Pflkanze jetzt schon aussäen, da niedrige Temperaturen hier sogar keimfördernd wirken.

Ebenfalls gestern habe ich dann noch ein Zimmergewächshaus in meiner Wohnung befüllt.
Nämlich mit Erdmandel (super tolle Pflanze, leicht anzubauen, kann ich nur empfehlen!), Schalerbse, Zucchini, Kohlrabi, Physalis, Yams Bohne, zwei Paprika Sorten, Eukalyptus, Maca, zwei Bohnen Sorten, Quillquina und Sida cordifolia (eine stark stimuliernde psychoaktive Pflanze, hier findet ihr einen Infoartikel dazu).

War alles in allem ein extrem produktiver Tag.
Das Beete umgraben und mit Substrat aufbessern ist schon sehr mühevoll, aber es lohnt sich so was von.
In den nächsten Jahren genügt es dann ja, leicht umzugraben und aufzulockern und man muss nicht mehr die großen Wurzeln raus reißen.

Ich habe übrigens erfahren, dass in dem Garten nicht nur Himbeeren, Brombeeren und Aroniabeeren vorhanden sind, sondern wohl auch Johannisbeeren, Flieder und Holunderbeeren!

Essbare Wildpflanzen & Pilze sammeln

Seit meinem letzten Tagebucheintrag bin ich einmal in den Wald gefahren, diesmal in einen anderen.

Winterpilz Samtfußrübling

Samtfußrüblinge

Dort gab es wieder jede Menge Knoblauchsrauke, Labkraut, Brennnessel und Giersch.
Außerdem fand ich sogar noch ein paar letzte Samtfuß-Rüblinge, allerdings so wenig noch brauchbare, dass ich die stehen ließ.
Fichtenzapfenrüblinge fand ich dieses mal leider gar keine.

Der Wald, in dem ich war, war wirklich schön.
Ein recht großer Mischwald, mit Lichtungen hier und da.
Ich setzte mich dann auch mal an den Rand einer solchen Lichtung, hörte Hörbuch (Oryx und Crake von Margaret Atwood, ein hervorragender dystopischer SciFi Roman, der den Klimawandel, die Tierhaltung etc. weiter denkt und dabei super unterhaltsam ist – könnt ihr hier als Buch kaufen und das Hörbuch ordern (bzw. per Audible gratis hören)) und aß etwas Müsli und einen Apfel.

Ja, ich hab tatsächlich eine Schüssel, einen Löffel und Soja-Milch in den Wald mitgenommen.
Wollte Proviant und hatte keine Lust auf Brot.

Ich freue mich schon auf den Anblick eines Mischwaldes, der komplett grün ist.
Die lebendig-grünen Buchen, die hellgrünen, zarten Birken (deren Blätter man übrigens auch essen kann, schmecken herb und interessant).
Bald erscheinen auch die herrlichen Blüten der Rosengewächse (wie Äpfel-, Kirsch- und Birnenbäume), die man als essbare Deko nutzen und zu Sirup verkochen kann.

Heute bin ich dann noch an einen Fluss, recht nahe von meiner Wohnung, gegangen und habe mich etwas tiefer in das Gebüsch gewagt.

Dort sammelte ich nochmal jede Menge jungen Giersch, außerdem auch Scharbockskraut.
Scharbockskraut sollte man eher nur vor der Blüte essen, da es während dem Blühen einen leicht giftigen, bitteren Stoff entwickelt.
Beim Kochen zerfällt dieser, für Spinat kann man Scharbockskraut also auch während der Blüte noch verwenden.
Gerade schmecken die Blätter ziemlich mild und ich werde sie wohl zu einem Eintopf geben, den ich heute oder morgen koche.
Habe vor, da rote Linsen, Süßkartoffeln, Zucchini, Karotten, Zwiebeln, Knoblauch, eventuell Aubergine und Wildkräuter mit Kokosmilch und orientalischen Gewürzen zu garen.

Auch Brennnessel wurden wieder gesammelt, und auch das Fünffingerkraut (auch Kriechendes Fingerkraut) genannt fand zum ersten Mal dieses Jahr den Weg in meine Sammeltüte.
Besonders gefreut hat mich dieses Mal der Sauerampfer!
Das ist eine herrliche Pflanze, die allerdings Oxalsäure enthält und deswegen in nicht zu großen Mengen und nicht täglich gegessen werden darf.
Sie ist, ähnlich wie der Sauerklee, den ich in meinem vorherigen Tagebuch schon erwähnte, sauer.
Hervorragend ist sie in einem Salat, zum Entsaften oder in einem Smoothie.
Man kann auch eine Natur-Limonade machen, bzw. einen coldbrew Eistee.
Hierfür zerschneidet man sie, lässt sie in Wasser 24 Stunden lang im Kühlschrank ziehen und süßt das Getränk auf Wunsch, man kann es dann auch mit einem Soda Stream (hier kaufbar) aufsprudeln.
Umwelttechnisch noch besser wäre es sicherlich, einen Wasserkefir damit zu machen, der dann auch Kohlensäure enthält. Hierzu werde ich bestimmt nochmal einen Artikel schreiben, wenn ich viel mit Wasserkefir experimentiert habe!
Hier könnt ihr Wasserkefir Kristalle bestellen.

Ich habe dann noch ein paar Petersilie Blätter aus dem Garten geerntet, ebenso wie etwas Melisse, die sich wild im Garten angesiedelt hat.

Morgen oder übermorgen fahre ich mal wieder zum Kleingarten und arbeite dort weiter an den Feldern.
Ich muss auch immer wieder das Zimmergewächshaus lüften, da es sonst schimmeln könnte.

Danke für’s Lesen, hinterlasst gerne eure Erfahrungen!

PS: Ich muss hier noch kurz das Gyros Kraut loben.
Eine mit dem Beifuß verwandte Gewürzpflanze, die ich letztes Jahr beim Gartenhandel als lebende Pflanze gekauft habe.
Sie schmeckt wirklich ähnlich wie Gyrosgewürz, sieht schön aus und wächst richtig schnell, selbst in den Wintermonaten auf der Fensterbank.

Von ihr kann ich weitaus mehr ernten, als ich es bei Basilikum, Petersilie oder Rosmarin tun kann.

Hier könnt ihr sie bestellen!

Oder ihr kauft euch Samen und zieht sie selbst, das kommt auf Dauer natürlich günstiger und lohnt sich definitiv.